31 Tage, 4 Bundesstaaten, 8 National Parks (zzgl ein paar kleinerer, wie z.B. in San Francisco der Fort) und 3401 Meilen (5473 km) – das war unsere Tour im Cruise America C25 RV. Wir haben das Wohnmobil in San Francisco mit nur 4.756 Meilen auf dem Tacho übernommen; es war fast neuwertig. Nach vielen negativen Berichten über den Zustand der Miet-RVs hatten wir uns auf das Schlimmste eingestellt und eine Checkliste für die Übernahme vorbereitet. Doch wir hatten Glück: Das Fahrzeug war top. Einzig der Innenausbau offenbarte nach ein paar hundert Meilen die typische Schwäche bei dieser Bauweise: Pressspan und Vibrationen vertragen sich nicht. Ein Schraubenzieher und Sekundenkleber wurden zu unseren ständigen Begleitern, um lockere Bauteile zu fixieren – eine Erfahrung, die uns schon von unserem damaligen Florida-Trip bekannt war.


Hier sind unsere Erfahrungen und Einschätzungen der besuchten National Parks für Familien mit Kindern (Pete war zum Reisezeitpunkt 4, Heidi 9 Jahre alt).


Zion National Park
Ein beliebter Nationalpark. Der Riverside Walk am Ende des Canyons war für uns wenig spannend und schlicht überlaufen. Hier startet auch der Einstieg zu „The Narrows“, was allerdings erst mit älteren Kindern wirklich Sinn ergibt.


Unser Favorit: Der Watchman Trail zum Sonnenuntergang. Wir waren circa 2 Stunden unterwegs und es geht meist bergauf, aber die Aussicht oben angekommen entlohnt für den Aufstieg.


Fazit: Der Park ist extrem voll. Auch wenn Shuttlebusse fahren, steht man oft lange an. Wer nicht direkt im Park campt, wird bei der Parkplatzsuche an seine Grenzen stoßen.


Bryce Canyon National Park
Nachdem wir beim Boondocking in Parknähe eingeschneit wurden, boten sich uns am nächsten Morgen atemberaubende Ausblicke auf die verschneiten Hoodoos.


Highlight: Der Queens Garden / Navajo Loop Trail.
Fazit: Sehr entspannt. Der Shuttle ist optional und Parkplätze (auch für RVs) sind ausreichend vorhanden.

Eingeschneit über Nacht bei Bryce Canyon
Hoodoooos !!


Arches National Park
Unser absoluter Favorit! Wir hatten das Glück, eine Nacht auf dem Devils Garden Campground zu ergattern – ein toller Platz, der leider sehr begehrt ist.


Highlight: Der Devils Garden Trail zum Sunset. Wir sind bis zum Double O Arch gewandert und auf dem Rückweg über den Landscape, Partition und Navajo Arch zurückgekehrt.

Landscape Arch
Double Arch
Partition Arch


Fazit: Planung ist alles. Auch wenn man etwas Wartezeit bei der Einfahrt einplanen muss, haben wir am Ende immer einen Parkplatz gefunden.


Canyonlands National Park
Der Park besteht aus mehreren, nicht direkt verbundenen Bereichen. Wir haben uns Island in the Sky und The Needles angesehen.


Highlights: Der Sonnenuntergang am Riff bei Island in the Sky (inkl. Lagerfeuer!) und die Mesa Arch am frühen Morgen. Bei The Needles hat uns der Slickrock Trail begeistert – den Weg anhand der Cairns zu suchen, machte den Kindern riesigen Spaß.

Island in the Sky
Mesa Arch


Fazit: Für große RVs eher mäßig geeignet. Die Distanzen sind groß und das volle Potenzial erschließt sich wohl eher mit Allradfahrzeugen auf den Offroad-Strecken. Parkplätze für RVs gibt es so gut wie keine und auch keinen Shuttle.


Monument Valley
Kein offizieller National Park, daher haben wir ihn nur auf der Durchreise am Highway passiert und einige Viewpoints für Fotos genutzt.

Monument Valley


Glen Canyon National Recreation Area
Hier haben wir für günstige $14 die Nacht direkt am Lake Powell beim „Lone Rock“ gecampt – ein echtes Naturerlebnis. Der Colorado River lädt zu einer kurzen Abkühlung ein auch wenn der Untergrund stellenweise ziemlich schlickig ist.


Grand Canyon National Park
Ehrlich gesagt hat uns der Grand Canyon weniger beeindruckt als erwartet. Der Ausblick ist zwar gewaltig, aber für Familien mit kleinen Kindern beschränkt sich das Erlebnis weitgehend darauf, von verschiedenen Aussichtspunkten am Rim in die Tiefe zu schauen. Wir haben einen kurzen Walk in den Canyon gewagt, aber für echte Abenteuer müsste man deutlich weiter absteigen.

Petrified Forest National Park
Dieser Park war eine positive Überraschung. Die Painted Desert erinnerte uns stark an Australien und die über 200 Millionen Jahre alten, versteinerten Baumstämme waren für die Kinder ein faszinierendes Highlight. Es ist eine Art drive-thru Park, für den ein Tagesausflug reichen würde. Wir sind am späten Nachmittag eingetroffen und einmal durch den Park zum Souvenirladen am anderen Ende gefahren. Hier kann man kostenlos campen. Auf dem Weg dorthin sind wir u.a den blue mesa trail gewandert. Am nächsten Morgen waren wir im Museum/Visitor Center und haben uns die Giant und die Long Logs angesehen. Grundsätzlich würde die Giant logs Wanderung hinter dem Museum ausreichen, um einige impossante Exemplare an versteinerten Baumstämmen zu begutachten.

Painted Desert
Versteinerter Baumstamm


Joshua Tree National Park
Der Joshua Tree National Park hat uns mit seiner bizarren Wüstenlandschaft und den riesigen Felsblöcken sofort in seinen Bann gezogen. Die Joahua Bäume sind hübsch anzusehen und mal was ganz anderes.


Unterkunft: Wir haben auf dem Black Rock Canyon Campground übernachtet, der außerhalb des Parks liegt. Die Wahl dieses Campingplatzes hat sich als nicht ideal erwiesen, da die Anfahrt zum Park bereits eine Stunde beansprucht. Besser wäre es, einen Platz im Park zu buchen,  wobei der Platz, der direkt an der Heart Rock/Arch Rock Wanderung liegt z.B. zu klein für RVs ist.

Heart Rock
Camping am Black Rock

Highlights: Besonders gefallen haben uns der Hidden Valley Nature Trail und der Arch Rock Trail – beides tolle und relativ kurze Touren, um die Felsformationen hautnah zu erleben.

Zusätzlich zu den Nationalparks haben wir am X Canyon an einer Tour teilgenommen. Anders kommt man leider nicht rein und laut anderen Reisenden ist er eine gute Alternative zum überlaufenen Antelope Canyon. Der Canyon an sich ist schon wirklich beeindruckend, vor allem, wenn man wie wir, rote Felsen mag! Für unseren Geschmack war die Tour allerdings ebenfalls voll und sehr touristisch. Hauptziel ist es, Fotos von sich und den anderen Teilnehmern zu machen.

Das X, das dem Canyon den Namen verleiht
The Red Lady

Unser Trip durch den Südwesten der USA hat uns gefallen und der Camper war eine gute Wahl. Die Kinder haben begeistert an den Junior Ranger Programmen teilgenommen.

Heidis Sonnenhut voller Junior Ranger Badges

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