Nachdem Heidi bereits in Neuseeland eine tolle Zeit in der Schule hatte, stand für uns fest: Diese Erfahrung wollen wir ihr auch in Australien ermöglichen. Doch was einfach klingt, entpuppte sich als ein logistisches und bürokratisches Puzzle.

📅 Timing & Die Suche nach der richtigen Schule

In Australien ist das Schuljahr – genau wie in Neuseeland – in vier „Terms“ unterteilt. Der erste Term startet Ende Januar oder Anfang Februar. Da wir wussten, dass wir zu dieser Zeit im Südosten unterwegs sein würden, stieß Sandra auf die Deutsche Schule in Melbourne.

Das Konzept hat uns überzeugt: Es wird sowohl nach dem Thüringer als auch nach dem australischen Lehrplan unterrichtet, und jede Lehrkraft spricht in ihrer Muttersprache mit den Kindern.

🕵️ Scouting im Dezember

Bereits Anfang Dezember 2025 legten wir einen Zwischenstopp in Melbourne ein, um:

  1. Die Schule und potenzielle Kindergärten für Pete zu besichtigen.
  2. Den Wohnungsmarkt zu sondieren.

Wir reservierten ein Airbnb-Townhouse direkt in Schulnähe – mit einer kostenlosen Stornierungsoption bis zum 27. Dezember. Das war unser „Sicherheitsnetz“, da die Airbnb-Servicegebühr allein über 900 € ausmachte und wir hofften, auf dem freien Markt noch etwas Günstigeres zu finden.

💉 Der Impf-Krimi: „Immunisation History Statement“

Bis zuletzt schwankten wir: Entspannt weiterreisen oder der Aufwand in Melbourne? Unser Motto: Entweder haben beide Kinder ihren Spaß oder keiner.

Die größte Hürde war Petes Anmeldung. Während für Heidis Schule der klassische gelbe Impfpass reichte, verlangte der Kindergarten das offizielle australische „Immunisation History Statement“.

💡 Insider-Tipp: Anstatt teure Gebühren beim Arzt oder im Medicare Service Center zu zahlen, haben wir uns an die Stadtteilverwaltung (Local Council) gewandt. Die Gesundheitsabteilung dort hat uns das Dokument völlig kostenlos erstellt – ein paar Fotos vom Impfpass, Reisepass und der Geburtsurkunde per E-Mail genügten!

🛑 Beinahe das Aus: Fehlende Impfungen?

Kurz vor dem Ziel die Ernüchterung: Für australische Verhältnisse fehlten Pete „wichtige“ Impfungen (z. B. gegen Windpocken), die in Australien über MMR hinaus verpflichtend sind. Wir wollten Pete für nur zehn Wochen Aufenthalt nicht mit zusätzlichen Impfungen belasten und waren kurz davor, die Pläne zu verwerfen.

Schlussendlich gab es aber dann vor allem Dank der wundervollen Leitung des Kindergartens eine Lösung, die Pete den Aufenthalt im Center trotzdem ermöglichte. Damit stand fest: Das Abenteuer Melbourne kann beginnen!

🏠 Fazit: Investment in Erinnerungen

Über die Kosten darf man ehrlich gesagt nicht zu lange nachgrübeln. Unser Townhouse kostet etwa das Doppelte einer normalen Kaltmiete auf dem freien Markt und eine private Schule sowie Kindergarten sind auch alles andere als günstig.

Aber:

  • Lage: Nur 5 Minuten zu Fuß zum Kindergarten, 10 Minuten zur Schule.
  • Ruhe: Trotz Stadtlage nachts sehr still.

Am Ende ist es für uns ganz einfach: Die Kosten sind hoch, aber die Erfahrungen, die Heidi und Pete hier sammeln, sind unbezahlbar und durch kein Geld der Welt aufzuwiegen.

Ein detaillierter Beitrag zur Schule und Kindergarten folgt.

Freie „Elternzeit“

Nachdem beide Kinder nun einige Tage die Woche beschäftigt waren, hatten wir Eltern endlich mal Zeit für uns. Der Verkauf von Trailer und Landcruiser ging erstaunlich schnell und easy, so dass wir uns damit nicht länger herumschlagen mussten.

In unserer Freizeit sind wir viel durch die Stadt gelaufen und haben den für Melbourne typischen ‚Magic‘ Coffee genossen.

Den besten Magic Coffee gibt es für uns bei Edward’s Corner

Zusätzlich haben wir ein neues Hobby entdeckt: Stöbern durch Second Hand Shops, auch thrift oder Op Shops genannt. Besonders gut gefallen haben uns die Uniting Op Shops, die oft hochwertige Mode zum Mini-Preis führen. Massig Läden findet man in der Sydney Road und in Fitzroy.

Es macht Spaß, den ganzen Tag nach neuen Schätzen zu stöbern, dabei ordentlich zu sparen und noch was Gutes zu tun. Die Shops leben von Kleiderspenden und Freiwilligen, die die Läden am Laufen halten. Hier ist wirklich für jeden was dabei: von Klamotten über Spielzeug und Bücher zu Haushaltswaren und Möbeln. Anstelle teurer Mode aus dem Shoppingcenter haben wir uns hier für unsere anstehende Cruise in die USA (formelle Dinner!) eingedeckt. Trotzdem haben wir versucht, das Ganze nicht ausarten zu lassen. Schließlich wollen wir in den USA dann wieder mit möglichst wenig Gepäck unterwegs sein.

In der Sydney Road gibt es übrigens auch einen Discount Grocer (Discount Supermarkt), der kurz vor dem Haltbarkeitsdatum stehende Lebensmittel zu unschlagbar günstigen Preisen anbietet (z.B. 1kg President Camembert für $10).

Discount Grocer in der Sydney Road

Am Wochenende sind wir alle zusammen in Museen, Zoos und nach St Kilda bzw. Brighton an den Strand.

Ein bisschen Zeit zum Fliegen habe ich auch gefunden, mehr dazu im Beitrag „Fliegen in Australien

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