Kia ora, was in der Sprache der Maori so viel heißt wie „good health“ oder „hello“, meist verwendet in Grußformeln im Schriftverkehr. Die Kultur der Ureinwohner Neuseelands ist allgegenwärtig. Viele Schilder im Alltag sind zweisprachig gestaltet und man sieht immer wieder mal Skulpturen in Parks oder öffentlichen Bereichen. Auch auf den Dollarnoten steht der Name Neuseelands auf Maori – AOTEAROA.

Da wir Neuseeland Mitte April verlassen werden und unsere Reise nach Australien fortsetzen, wird es Zeit, unsere Erlebnisse hier etwas zusammenzufassen. Insgesamt haben wir in den vier Monaten mit dem Auto rund 9000 km auf den zwei Hauptinseln Neuseelands zurückgelegt. Wo wir überall unterwegs waren lässt sich auf der live tracking map nachschauen. Wir haben dabei mehr Zeit auf der Südinsel verbracht als im Norden, da dort landschaftlich mehr geboten ist. In den folgenden Absätzen berichten wir über unseren Reiseverlauf und Highlights.

Angekommen sind wir Anfang Dezember 2024 in Auckland und hatten für eine Woche zwei unterschiedliche Airbnb Unterkünfte gemietet um von dort mit einem Mietwagen ein passendes Fahrzeug zum Kaufen zu suchen und Campingausrüstung zu besorgen.

Unsere Ausrüstung hatten wir aus unterschiedlichen Geschäften wie Kmart, Farmers, Macpac, Kathmandu und The Warehouse zusammengestellt. Anfangs hatten wir ein Bodenzelt von Kathmandu, welches wir aber nach ein paar Wochen gegen ein Dachzelt eingetauscht haben, da wir damit wesentlich komfortabler unterwegs waren und wir diese Art des Campings bereits aus dem Oman lieben gelernt haben.

Weihnachten haben wir in einem Airbnb in Tauranga verbracht und von dort aus ein paar Tagesausflüge gemacht.

Whangarei Heads

Auf dem Weg Richtung Norden haben wir bei den Whangarei Heads einen Stop in einem Airbnb eingelegt, weil wir das Campen nicht direkt mit Regenwetter beginnen wollten 😉 Aber war nicht so schlimm wie wir erwartet hatten, so konnten wir bisschen an den Spielplatz und Strand und auch auf der Terasse Karten spielen.

Maitai BayAusflüge zum Ninety Mile Beach, Dünen und Cape Reinga

Die ersten Campingnächte haben wir auf einem DOC (Department of Conservation) Campingplatz am Maitai Bay verbracht und von dort aus einen Tagesausflug in den Norden gemacht.

Dass es Sanddünen in Neuseeland gibt haben wir anfangs auch nicht gewusst, doch auf der Nordinsel an der Westküste sind welche zu finden. Wir waren für einen kleinen Dünenspaziergang bei den Giant Sand Dunes angrenzend an den 90 miles beach, der offiziell ein Highway ist, den man befahren darf. Tatsächlich ist er jedoch „nur“ 88 Kilometer lang.

Den nördlichsten Punkt Neuseelands (Cape Reinga) mussten wir uns natürlich auch anschauen. Die Aussicht ist phänomenal und der Leuchturm ist fußläufig nach kurzer Zeit vom Parkplatz erreichbar.

Meeting Sneezle Beezle

Ohne es vorher zu wissen, haben wir den Author vom erfolgreichen Kinderbuch „Sneezle Beezle“ getroffen. Wir waren für zwei Nächte in seinem Airbnb in Ōmāpere.

Kauri trees – Walks

Auf den Weg Richtung Süden kommt man an der Westküste an den Kauri Wäldern vorbei, mit riesigen, über 1000 Jahre alten Bäumen. Bei zwei Wanderungen durch die Wälder haben wir die Bäume auf uns wirken lassen.

Shakespear Park – Walk

Auf dem Weg Richtung Süden haben wir nochmals im Großraum Auckland halt gemacht und einen Ausflug in den Shakespear Regional Park an der Ostküste vorgenommen. Ein rießiges Areal zum wandern und Natur genießen.

Rotorua – Schwefelquellen

Der Ort Rotorua und die nähere Umgebung ist für ihre heißen Quellen bekannt. Uns hat es gereicht im Ort die Schwefelquellen zu erkunden.  Ein kostenloses stinkendes Erlebnis für die ganze Familie ;-). Wem das nicht reicht, der kann die kostenpflichtigen Touristen Hotspots in der Nähe besuchen. Dort gibt es die Waimangu Vulcanic Valley und das Waiotapu Thermal Wonderland in denen man heiße und farbige Schwefelseen und Quellen bewundern kann.

Waitomo Glowworm Cave

Glühwürmchenhöhlen gibt es einige in Neuseeland, die wohl bekannteste und anscheinend größte ist die in Waitomo. Wir haben in der Nähe auf dem Top 10 Campground übernachtet um dann fußläufig durch einen schönen Wald zum Gelände der Glowworm Caves zu wandern. Man geht erst einmal durch eine große Tropfsteinhöhle und besteigt dann ein Boot mit dem durch die Höhle gerudert wird. An der Decke der Höhle ist der Sternenhimmel voller Glühwürmchen zu sehen, schon sehr beeindruckend! Leider ist es nicht erlaubt in der Höhle Fotos oder Videos zu machen. Es gibt in der Nähe noch andere Höhlen in denen das fotografieren erlaubt ist, da waren wir jedoch zu spät dran, einen Platz für eine Tour zu bekommen.

Three Sisters und Elephant Rock

Wir sind zufällig zur richtigen Zeit bei den Three Sisters und Elephant Rock vorbei gekommen und haben uns die kleine Wanderung bei Ebbe natürlich nicht entgehen lassen.

Waitara – Happy New Year 2025

Ins neue Jahr sind wir auf einem Campingplatz in Waitara gekommen.

Wellington Red Rocks

Kurz vor dem Transfer auf die Südinsel sind wir in Wellington noch off-road unterwegs gewesen und haben ein paar Seerobben bei den Red Rocks besichtigt.

Fähre zur Südinsel

Die Überfahrt mit der Fähre war etwas wild, das Wetter war zwar in Ordnung, es hat die Sonne gescheint, aber es gab starken Wind, der großen Wellengang mit sich gebracht hat. Vor unser Überfahrt wurden zwei abgesagt.

Whatamango Bay – Birthday Airbnb

Nachdem wir auf der Südinsel angekommen waren ging es in der Nähe von Picton in ein Airbnb um meinen Geburtstag zu feiern. Sandra und die Kinder waren begeistert von der Location, ihnen habe ich vorher nicht verraten, wo es hin geht.

Nelson

Anfangs hatten wir mit der Stadt Nelson im Norden der Südinsel geliebäugelt, um dort Heidi in die Schule gehen zu lassen und dort die Zeit bis zum Ende unseres Neuseelandaufenthalts zu verbringen. Angemeldet hatten wir sie bereits in der Nelson Central School. Nachdem es aber mit der Anmietung der Wohnung in Nelson nicht geklappt hat, mussten wir kurzfristig umplanen und sind nach Christchurch gefahren. Wir haben es nicht bereut.


Route von Blenheim nach Hanmer Springs durch Molesworth

Die Route von Picton Richtung Süden führt durch Blenheim und dann entweder an der Küste entlang oder durch die Berge. Wir hatten uns für die Berge entschieden. Dort fährt man die meiste Zeit auf einer Schotterstraße und kann das neuseeländische Outback auf sich wirken lassen. Ohne Handynetz von der Außenwelt abgeschnitten waren wir ein paar Stunden unterwegs bis wir auf dem DOC Campingplatz Molesworth Station angekommen sind.

Lake Tekapo / Lake Pukaki

Sehr schöne Seen in denen wir uns erfrischt und die Aussicht genossen haben. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Church of the Good Shepherd, malerisch am Ufer des Lake Takepo gelegen.

Macetown

Auf der Suche nach 4WD Routen in Facebook Gruppen wurde uns Macetown vorgeschlagen. Die Route beginnt in Arrowtown und führt 15 km offroad hinauf in den alten Goldgräberort Macetown. Dabei durchquert man 23 mal den Arrow River, das macht natürlich richtig Spaß. Am Ende der Route befindet sich eine DOC Campsite mit einigen alten Gebäuden aus der Goldgräberzeit, an der haben wir übernachtet und sind am Folgetag wieder die Strecke zurück. 3 Stunden Fahrtzeit sollte man für die 15km einplanen.

Arrowtown

Arrowtown liegt nur 20 Minuten von Queenstown entfernt. Die Hauptstraße in Arrowtown erinnert an eine alte Westernstadt, war tatsächlich aber die Metropole für die Goldgräber Ende des 19. Jahrhunderts. Von dort aus wurden Macetown und Skippers für weitere Goldausgrabungen erschlossen. Nach dem Goldrausch ist jedoch nur noch Arrowtown besiedelt geblieben. Wie man das auch aus alten Western kennt, sind viele Chinesen damals zum Arbeiten für die Goldsuche eingereist und man kann heute noch die historischen Hütten dieser besichtigen.

Dunedin

Von Arrowtown sind wir dann erstmal wieder an die Ostküste nach Dunedin gefahren. Dort haben wir uns u.a den Botanischen Garten und die steilste Straße der Welt angeschaut.

Kaka Point

Von Dunedin sind wir entlang der Küste weiter gefahren bis wir zum Ort Kaka Point gekommen sind, dort hat es uns gut gefallen, so dass wir eine Nacht dort auf dem Campingplatz verbracht haben und uns davor noch das Nugget Point Lighthouse angeschaut haben.

Doubtful Sound

Wir hatten gehört, dass eine Bootstour bei Doubtful Sound schöner sein sollte als Milford Sound. Davon wollten wir uns selbst überzeugen. Leider waren wir zu spät dran eine Über-Nacht-Tour zu buchen, so dass wir nur noch eine Tagestour ergattern konnten. Die Tour beginnt im Ort Manapouri. Wir hatten die Nacht davor auf einem Campingplatz direkt am See verbracht um morgens direkt die erste Tour nehmen zu können. Wir sind mit einer Fähre von der Ostseite des Sees zur Westseite gefahren und anschließend in einen Bus gestiegen der ca. eine halbe Stunde eine Schotterstraße (Wilmot Pass road) bis zum Cruise Terminal gefahren ist. Nach dem Besteigen des Boots hat die eigentlich Tour begonnen bei der wir durch das Doubtful Sound Fjord bis zum tasmanischen Meer und wieder zurück gefahren sind. Nach der Bootstour ging es mit dem Bus wieder zurück zum See und mit der Fähre wieder nach Manapouri.

Milford Sound

Am Tag nach Doubtful Sound haben wir uns direkt Milford Sound vorgenommen. Wesentlich touristischer aber unserer Meinung nach nicht so langwierig und insgesamt spektakulärer als Doubful Sound, was vor allem auch an der atemberaubenden Anfahrt liegt. Viele Busse fahren dorthin. Wir sind mit dem eigenen Auto angereist und konnten so überall stehen bleiben, wo wir wollten (oder eben auch nicht).

Queenstown

Queenstown hat uns sehr gut gefallen. Schön eingebettet in den Bergen am Lake Wakatipu gelegen mit weitläufiger Fußgängerzone und Promenade. Wir haben dort zwei Nächte auf einem Campingplatz verbracht und fußläufig die Stadt erkundet. Dort gibt es die besten Burger weit und breit, davon mussten wir uns natürlich selbst überzeugen.

Skippers

Die alte Goldgräberstadt Skippers ist nur per Allradfahrzeug erreichbar, die Fahrt ist sehr anspruchsvoll, da der Weg über eine einspurige, steinige Schotterstraße entlang an steilen Abhängen führt. Highlight ist die alte knarzende Brücke, die über den Shotover River führt. Auf dem River kann man eine Jet Boat Fahrt machen, aber so verrückt sind wir dann doch wieder nicht! 😉 Nachdem man die Brücke gemeistert hat kommt man zu den Überresten der alten Stadt an dem eine DOC Campsite etabliert wurde, lediglich das Schulgebäude und der Friedhof ist erhalten geblieben.

Hokitika

Hokitika ist bekannt für die künstlerisch gestalteten Objekte aus Treibholz die es zahlreich an der Strandpromenade zu besichtigen gibt.

Pancake Rocks

Nach Hokitika sind wir noch etwas weiter die Westküste rauf gefahren und haben bei den Pancake Rocks für einen kleinen Walk vorbei geschaut. Dort gibt es einen kostenlosen, schön angelegten Loop-Track um die Pancake Rocks und Blowholes zu erkunden.

Akaroa

Etwas südöstlich von Christchurch gibt es den Ort Akaroa auf der Banks Peninsula gelegen, hier haben wir mal einen Tagesausflug hin gemacht und waren etwas wandern.

Kaikoura

in Kaikoura waren wir über’s Wochenende auf einem TOP 10 Campingplatz. Von dort aus gibt es Touren per Boot, Hubschrauber oder Flugzeug für’s Whale Watching, was wir jedoch nicht gemacht haben. Bei unserer Ankunft am Abend haben wir in der Bucht Delfine gesehen. Der Seerobbenkolonie an der Peninsula haben wir auch einen Besuch abgestattet, dort kann man sehr schön wandern und Robben beobachten.

Castle Hill

Zu unserem Hochzeitstag sind wir auf eine „Almhütte“ nach Castle Hill gefahren. Es waren nur knapp 1.5 Stunden Fahrt von unserem Airbnb in Christchurch am Strand in die Berge. Man kann schön durch den Ort wandern, es gibt auch einen kleinen Bach, bestens geeignet zum pritscheln. In 5 Minuten ist man mit dem Auto bei den bekannten Castle Hill Felsen, dort kann man sich frei im Gelände bewegen und die Felsen von allen Seiten bewundern.

Christchurch

Die längste Zeit haben wir in Christchurch verbracht, Heidi ging zur Schule, Sandra machte einen Spanisch Sprachkurs, ich ging ab und zum fliegen und Pete zum Pak’nSave 😉. Wir haben die meiste Zeit in einem schönen Airbnb Haus im östlichen Stadtteil New Brighton direkt am Strand verbracht und die Zeit sehr genossen.

Zu empfehlende 4WD Routen

  • Molesworth – Einsteigerroute auf Schotterpiste durch die Berge
  • Macetown – Schnorchel für Auto empfehlenswert, viele River crossings
  • Skippers – anspruchsvoll, steile Abhänge, schmale Wege, sensationelle Brücke

Camping

Bis zum Schulstart von Heidi Anfang Februar haben wir die meiste Zeit mit Campen verbracht. Hin und wieder waren auch mal Airbnb Unterkünfte dabei, aber das war eher die Ausnahme als Schlechtwetterlösung. Campingplätze findet man überall, wir waren meistens auf den TOP 10 (10% Rabatt pro Aufenthalt gibt es über eine Mitgliedschaft für $55). Etwas einfacher ausgestattete und wesentlich günstigere Campingplätze gibt es über das Department of Conservation (DOC). Maitai Bay, Moleworth und Macetown sind u.a. DOC Campsites. Das Frei Stehen haben wir nicht so sehr vermisst.

Noch ein paar Eindrücke querbeet aus unseren vier Monaten „Leben in Neuseeland“:

Das hat uns gefallen:

  • Nette Leute
  • Man hat landschaftlich (Berge, Seen, Strände) alles auf kleinem Raum erreichbar
  • Viele saubere öffentliche Toiletten
  • Viele Spielplätze
  • Sehr gutes Grillfleisch zu günstigen Preisen

Das hat uns gefehlt

  • DM Drogerie und vegane Produkte
  • Amazon, IKEA, Decathlon, Leguanos bzw. Barfussschuhe

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